Rezension: Buchland von Markus Walther

Titel:Buchland
Autor:Markus Walther
Erscheinungsdatum:2013
ISBN:9783862821860
Seitenanzahl:224
Verlag:ACABUS


Klapptext:
„Das Buchland im Keller unter uns ist unglaublich viel mehr, als diese Aneinanderreihung von gefüllten Regalen. Dort findet man billige Klischees, abgedroschene Fantasien und halbe Wahrheiten direkt neben den großen göttlichen Ideen, die die Welt veränderten. Die ganze Kreativität der Menschheit.“

Dieses Antiquariat ist nicht wie andere Buchläden!

Das muss auch die gescheiterte Buchhändlerin Beatrice feststellen, als sie notgedrungen die Stelle im staubigen Antiquariat des ebenso verstaubt wirkenden Herrn Plana annimmt. Schnell merkt sie allerdings, dass dort so manches nicht mit rechten Dingen zugeht:
Wer verbirgt sich hinter den so antiquiert wirkenden Stammkunden „Eddie“ und „Wolfgang“? Und welche Rolle spielt Herr Plana selbst, dessen Beziehung zu seinen Büchern scheinbar jede epische Distanz überwindet?
Doch noch ehe Beatrice all diese Geheimnisse lüften kann, gerät ihr Mann Ingo in große Gefahr und Beatrice setzt alles daran, ihn zu retten. Zusammen mit Herrn Plana begibt sie sich auf eine abenteuerliche Reise quer durch das mysteriöse Buchland. Dort treffen sie nicht nur blinde Buchbinder, griechische Göttinnen und die ein oder andere Leseratte, auch der Tod höchstpersönlich kreuzt ihren Weg.
Und schon bald steht fest: Es geht um viel mehr, als bloß darum, Ingo zu retten. Vielmehr gilt es, die Literatur selbst vor ihrem Untergang zu bewahren!

Markus Walther, der Autor der Kurzgeschichtensammlungen „EspressoProsa“ und „Kleine Scheißhausgeschichten“, entführt den Leser nun mit seinem ersten Roman in die phantastische Welt des Buchlandes. Ein Muss für jeden Bibliophilen!

Fazit:

Es gibt Bücher die man liest, es gibt Bücher durch die man sich arbeitet, es gibt Bücher die liest man weil man muss, es gibt Bücher in denen man etwas nachschlägt und es gibt Bücher die man liest weil sie einen fesseln, mitreißen und begeistern.

Ich habe ein Buch gelesen, das etwas hat wovon ich zwar schon häufiger gehört habe, aber nie gedacht hätte das ein Buch dies wirklich haben könnte… den „Zauber der ersten Seite“. Nein, dieses Buch hat das ganze noch getoppt! Es hat mich mit nur einem Satz auf der ersten Seite gefangen genommen! (ok es sind zwei…)

Es ist selten das ich mal ein Zitat verwende, aber hier muss ich es tun:

Buchstaben, Worte, Zeilen. Sie entführten mich in eine andere Zeit, lange vergangen

Als ich diesen Satz las konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, (ja, er steht auf Seite 1), denn er sagt etwas aus das ein Buch für mich ist, ein Reisemöglichkeit in andere Welten und Zeiten, in eine andere Realität. Und auch diese Geschichte entführte mich, durch geschickt gesetzte Worte, in eine Welt die so unglaublich ist das ich mich auf Anhieb darin wohl fühlte. Ich nahm diese Welt an, die Welt, die man aus dem Arbeitszimmer von Herrn Planas Antiquariat betritt. Ob man nun die Treppe in den Keller nimmt, oder den Aufzug zur Kammer der ungeschriebenen Bücher. Ob man durch den Keller, der sämtliche Bücher enthält, die nicht entbehrlich sind, zum Tod gelangt oder zum Buchbinder. Das Buchland wartet hinter jeder Ecke mit einer Überraschung auf. Es gibt so viele tolle Beschreibungen von Orten, Dingen und Personen das ich gar nicht weiß worauf ich als erstes eingehen soll.

Vielleicht sollte ich euch einfach mal verraten worum es geht. Bea fängt im Antiquariat von Herrn Plana an zu arbeiten. Bea hat eine Mission von der sie noch nichts weiß. Sie muss nämlich ein Buch schreiben um das Buchland zu erhalten, aber erst einmal muss sie ihre liebe zu Büchern wieder finden und auch mit ihrem Mann Ingo ins reine kommen, denn der ist dem Alkohol verfallen. Im Antiquariat von Herrn Plana trifft sie auf so manch kuriosen Kunden, die scheinbar einer anderen Zeit entsprungen sind und Namen großer Schriftsteller tragen. Aber auch den Rest des Buchlandes muss Bea kennen lernen um ihr Buch schreiben zu können auch wenn sie nicht genau weiß warum sie gerade unbedingt ein Buch schreiben muss.

Dieses Buch ist, wenn man es genau nimmt eigentlich nicht nur ein Buch, es sind so viele Bücher in einem, denn es strotzt vor Andeutungen, wenn man relativ viel liest dann findet man hier und da immer mal wieder Dinge die einem aus anderen Büchern bekannt vor kommen – Anspielungen, kleine spitzen. Es sind immer nur Andeutungen aber es macht Spaß diese zu finden, es macht Spaß das Buchland mit Bea zu erkunden, Herrn Planas Ausführungen zu lauschen, den Tod und seine Buchhaltung kennen zu lernen und so weiter und sofort.

Ich muss aber noch etwas kritisch werden. Denn es gibt ein Szene, da geht es um einen Wolfgang, nur heißt dieser dann einmal anders. Ich finde das ja noch Sympathisch, denn es ist das einzige Mal wo so ein „großer“ Fehler passiert. Ich saß da nur und fragte mich wer denn diese neue Person ist 😀 Aber es gab mir auch einen Tipp, wer diese Person ist. Und einen Rechtschreibfehler habe ich wirklich noch gefunden… aber dann haben wir es auch schon mit all den Negativen dingen.

Ich möchte hiermit nicht nur eine Leseempfehlung, einen Lesebefehl oder wie auch immer aussprechen, vielmehr will ich allen sagen die dieses Buch nicht lesen das sie etwas verpassen. Das E-Book z.B. kostet nur 4,99 und das sind für den Inhalt wirklich nur Peanuts.

An Markus Walther hier noch in paar Worte, sieh zu das du schnellstmöglich den nächsten Band raus bringst, ich will nicht länger als 3 Monate darauf warten müssen. Haben wir uns verstanden? 😉
Und nun möchte ich nur noch eins sagen:

Ach es ist einfach wunderbar in diese Welt zu versinken, die Welt von Buchland.

MützeMützeMützeMützeMützeMütze

6 Mützen von 5 normal möglichen, das sollte auch die letzten überzeugen!

7 Gedanken zu “Rezension: Buchland von Markus Walther

  1. Vielen Dank für diesen Buchtipp! Ich habe mir das Buch gleich geholt und es ist unglaublich schön! Eine solche Hommage an die Klassiker, eine Fülle von wunderbaren Zitaten.
    Hier fühlt man sich als Leser wirklich verstanden.

    Auch mein Highlight des Jahres! Wäre zu schade gewesen, wenn das an mir vorbeigegangen wäre. Einziges Manko: Es ist zu kurz ;-(
    Ich bin normal ein – was nicht mindestens 400 Seiten hat fang ich gar nicht erst an – Leser 🙂

    1. Oh toll das es dir gefallen hat und super das du auf mich gehört hast 😉 Aber egal wo ich Rezensionen oder Meinungen zu dem Buch lese, alle finden es total schön.

      Ach und der Autor beginnt so langsam mit den Arbeiten an Teil 2 und diese Woche läuft zudem ja auch noch eine Blogtour zu dem Buch 😀

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