Manipulation von Bestsellerlisten – es gibt sie wirklich

Das was ich heute anspreche empfinde ich als mehr als traurig. Denn es gibt sie wirklich. Die Manipulation von Bestsellerlisten.

Nein – nicht von den großen Verlagen. Oder von denen weiß ich es zumindest nicht. Es geht eher um die „kleinen“ Autoren, jene die im Netz meist eine sehr eingeschworene Fangemeinde haben. Jene die oft keinen Verlag haben.

Aber wie komme ich zu dieser Behauptung? Ganz einfach. Auch ich werde über Facebook sehr regelmäßig zu so genannten „Buchkaufs Flashmobs“ eingeladen. Bei einem Flashmob verabreden sich ja einfach viele Menschen ein und das selbe zu tun. In diesem Fall ein eBook an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit zu kaufen. Das eBook steigt darauf hin oft bis in die Top 10 der Verkaufscharts und wird so beim großen A besser wahr genommen. Klar das ist der Wunsch eines jeden Autors. Denn so sehen andere, normale Käufer, dieses Buch auch und kaufen es auch. Denn was da oben steht muss ja anderen gefallen haben. Das es aber auch kompletter Mist sein könnte, daran denkt der „normale“ Käufer nicht, auch weiß er evtl. nicht das dass Buch nur da oben steht weil sich  im Internet gerade 100 oder mehr Menschen verabredet haben um ein Buch zu pushen. Für mich ist es eine eindeutige Manipulation der Amazon Verkaufscharts (dort wird es meistens gemacht!), oder wo auch immer gepusht wird.

Ich muss gestehen, wenn ein Buch gut ist unterstütze ich Autoren gerne, egal wie bekannt oder unbekannt und ob mit oder ohne Verlag. Aber nur ein Buch zu kaufen damit jene so was in der Art schreiben können „Oh man ihr seid toll, mein Buch ist schon auf Platz 54. Da geht noch mehr!“. Und es ist ja auch nicht so das neben der Platzierung nicht auch Geld in die Kasse des Autors fließen würde. Denn für jedes verkaufte eBook gibt es ja schließlich auch ein wenig was vom großen A.  Meine verlosen auch was je nachdem wie hoch ein Buch steigt.

Ich persönlich finde solche Aktionen dreist. Denn die Leser werden mehrfach beschissen. Zum einen werden jene beschissen die nichts von der Aktion wissen und zum anderen die fleißig ihr Geld ausgeben und zwar ein eBook bekommen das vielleicht sogar gar nicht so schlecht ist. Aber wo es dem Autor neben der Platzierung auch noch ganz sicher um sein Portemonnaie geht. Natürlich sollen Autoren Geld verdienen, ein Buch macht viel Arbeit. Sie sollen auch Werbung für Ihre Bücher machen. Aber Bestsellerlisten auf diese Art und Weise zu manipulieren geht so gar nicht. Wenn alles so abläuft wie man es sich wünscht, über Mundpropaganda, evtl. auch über gekaufte Werbung die als solches gekennzeichnet ist, freue ich mich über jeden Autoren der es schafft die Leser zu begeistern. Selbst ich berichte dann gerne über tolle Aktionen. Aber nicht über jene wo Leser und Käufer hinters Licht geführt werden oder ausgebeutet. (Ich frage mich gerade wie viele bei solchen Aktionen anschließend die eBooks wider zurück geben…)

Ich vermute das ich nie wieder zu solchen Flashmobs eingeladen werde, wenn es gut läuft. Ich erhoffe es zumindest. Aber in meinen Augen sind diese eine Manipulation der Bestsellerlisten.

4 Gedanken zu “Manipulation von Bestsellerlisten – es gibt sie wirklich

  1. Manipulation gibt es immer und überall, leider.
    Muß gar nicht in so einem großen Stil sein, fängt schon mit den Gefälligkeitsrezensionen an oder die Neuanmeldungen in Bücherforen, die da ganz zufällig über ein gaaaanz tolles Buch gestolpert sind… *Augen verdreh*

  2. Hallo,

    „Manipulation der Bestsellerlisten“ finde ich jetzt etwas übertrieben. Das sind Marketing-Aktion, über deren Qualität man sich streiten kann. Was anderes machen große Verlage auch nicht. Sie geben Geld aus, um ein Buch in den Aufmerksamkeitsfokus der Zielgruppe zu rücken. Autoren ohne Verlag brauchen andere Strategien. Was am Ende zählt, ist die Qualität des Buchs. Bei schlechten Büchern nützt es auf lange Sicht auch nichts. Gute bekommen so vielleicht die Aufmerksamkeit, die sie verdienen.

    Liebe Grüße
    Sandy

    1. Gut gemachtes Marketing finde ich ok, aber Leute zum Bücher kaufen zu animieren nur um zu steigen nenne ich nicht wirklich einfallsreich. Ich denke da kann man besseres machen. Denn durch Manipulation von Bestsellerlisten bekannt zu werden, empfinde ich nicht als allzu erstrebenswert. Bücher dieser Autoren lese ich nicht wenn mir das bekannt wird, auch wenn sie gut zu sein scheinen. Denn wer so auf sich aufmerksam macht, hat meine Aufmerksamkeit nicht verdient.

  3. Pingback: Lesen mit Links

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