Frankfurter Buchmesse 2015 – Das große abgreifen oder auch Blogger- und Lesertreffen extrem

Die Frankfurter Buchmesse 2015 hat ihre Tore geschlossen. Viele Blogger verfassen nun ihre Beiträge. Hier wird gelobt,  die Ausbeute gezeigt und gezeigt was man den in den Tagen ergattert hat. Egal ob gekauft, geschenkt bekommen, erschnorrt oder gar geklaut. Letzteres würde man natürlich nie öffentlich zugeben.

Auf Buchmessen gibt es mittlerweile auch viele Bloggertreffen. Denn Verlage haben inzwischen gelernt, dass auch Blogger eine Reichweite haben und sind somit in deren Blickfeld als mögliche Werbepartner gerutscht. Fast jede andere Werbequelle ist weitaus teurer als der Blogger der sich für ein Buch hin setzt und dieses liest und bespricht. Evtl. gibt es ab und an ein Goodie oben drauf. Auf der Buchmesse sind seit einigen Jahren auch immer mehr Bloggertreffen sehr beliebt bei Verlagen. Die Idee dahinter ist sehr schön. Ein Verlag lädt viele Blogger zu einem Zeitpunkt ans einen Verlagsstand ein. Oftmals werden in dieser Menge noch einige Autoren ausgesetzt. Man will ins Gespräch mit den Bloggern kommen.

Warum ich diese Treffen anspreche? Nein,  nicht weil es immer mehr werden. Vielmehr weil mir dieses Jahr diese Treffen sehr aufgestoßen sind.

Ich habe an einem reinen Bloggertreffen und an einem Treffen für Leser und Blogger teilgenommen. Leider waren beide nicht optimal. Das erste war Mittags, ein Eat and Greet. Hier kamen schätzungsweise 150 bis 200 Blogger auf einen Verlagsstand. Die Veranstaltung war für einen Zeitraum von 2 Stunden geplant. Das alle Blogger direkt dann kamen sobald die Eröffnung war, bzw. schon früher da waren hatte der Verlag vermutlich nicht gedacht. Denn Blogger sind ein pünktliches Völkchen und eher eine halbe Stunde früh. Denn man könnte ja nix mehr ab bekommen. Ich muss gestehen das auch ich relativ früh dran war und kurz nach Veranstaltungsbeginn da war (keine 5 Minuten). Jedem Blogger wurde eine „Goodie-Bag“ in die Hand gedrückt mit einem Buch aus dem Verlagsprogramm. Ich muss ehrlich sagen, klar freue ich mich auch über eine solche Tasche, wer würde es nicht tun? Wenn man dann mal die Arbeit bzw. auch die kosten hoch rechnet sieht man auch wie wichtig wir scheinbar den Verlagen auch schon geworden sind. Kurz nach Beginn hat eine Mitarbeiterin versucht mit bloßen schreien 200 Blogger zu begrüßen. Auf einer Messe mit so vielen rund herum Geräuschen eine Mammut Aufgabe. Sie freute sich das wir so Zahlreich gekommen sind und erwähnte das auch einige Autoren da wären. Welche? Hmm, das sagte sie nicht. Die Autoren hatten auch nicht, wie die Blogger, ein Erkennungszeichen. Blogger sind ja umtriebig und erkannten die Autoren auch so, denn die meisten Gesichter sind Bloggern bekannt.

Das Problem an der ganzen Geschichte war aber, das man sich nicht wirklich bewegen konnte. Denn 200 Blogger auf einem Stand + Verlagspersonal + Autoren + normale Messebesucher = Sardinenbüchse. Es war also eher ein Verschieben. Ein Gespräch war nicht wirklich möglich, denn jeder schrie jeden an. 200 Blogger wollten den Verlagsmitarbeitern hallo sagen. Mit den Autoren sprechen wollten auch 200 Blogger + Foto machen. Evtl. entstehen durch dieses Treffen noch weitere Interviews im Nachgang oder andere Kooperationen. Aber vor Ort wäre nichts dergleichen möglich gewesen. Ich muss gestehen, nach 30 Minuten war ich dort weg. Denn es war einfach zu eng. Ich habe es weder geschafft mit einem Verlagsmitarbeiter zu sprechen noch mit einen der Autoren.

Da meckern einfach ist, ist die Frage berechtigt wie ich denke das es besser gewesen wäre. Ganz einfach. Die Blogger zeitlich strecken. Wenn man einen Zeitraum von 2 Stunden ansetzt im halb Stunden Takt verteilen. Also so das immer einige nach kommen und die ersten schon wieder weg sind. Zudem habe ich persönlich z.B. auch immer ein Interesse auf das nächste Programm schon mal vorab einen Blick werfen zu können. Denn dann können wir Blogger und auch schöne Spezial zu Büchern ausdenken die uns interessieren. Ideen lassen sich nicht immer aus dem Ärmel schütteln, wenn man da mal 8 Wochen Vorsprung hat oder gar mehr bevor eine Vorschau offiziell raus kommt kann man sich was überlegen bzw. Ideen können reifen. Bloggen ist nämlich auch Arbeit und nicht nur vergnügen. Zudem könnte man im kleinen Kreis Autoren besser ausfragen zu Büchern, wenn man dann ein Buch des Autors liest kann man gut auf Hintergrundwissen aus einem solchen Gespräch zurück greifen. Was sicher für Verlage nicht möglich ist, Blogger einzeln zu beraten. Ich hatte vor einigen Jahren div. Verlage angefragt, die sich auch alle Zeit für mich genommen hatten. Zu dem Zeitpunkt war die Bloggerdichte noch nicht so hoch. Heute wäre es nicht mehr so möglich. Mir wurde erzählt, dass sich 1000 Blogger akkreditiert hätten.

Ich war, wie oben geschrieben aber noch auf einem zweiten Treffen einer großen Plattform für Bücher im Internet. Es handelte sich hierbei um ein Blogger- und Lesertreffen. Kurz Blogger und Leser wurden zusammen eingeladen. Geplant wurde auf einem „normalen“ Stand. Es gab auch hier wieder Goodie Bags. Es war schon bevor es los ging viel zu voll. Es war schon gefährlich voll würde ich sagen. Es gab ein Megafon mit dem man aber nicht alle erreicht hat. Es wurden einige Fotos gemacht fürs www und kurz erwähnt das Autoren sich einen Luftballon abholen könnten damit man sie erkennt. Was mir aber dann sorgen machte war die Verteilung der Goodie Bags. Die Menge stob zur Ausgabestelle und drängelte sich um den kleinen Stand wo einige Mitarbeiter standen, einige wägten schon vorab ab wo wohl die Ausgabe stattfinden würde. Es wurde gedrückt, geschoben, ausgekeilt. Ich stand immer noch an derselben Stelle wo ich vorher stand und somit ganz hinten. Wobei es kamen noch mehr von hinten. Es verwundert mich das es keine Verletzten gegeben hat. Diejenigen die einen Beute ergattert hatten, sind schnell weg, wenn sie denn aus der Masse kamen. Es waren über 500 Menschen! Denn so viele Goodie Bags gab es und sie hab bei weiten nicht gereicht. Sicher standen dann noch 200 Menschen dort. Es war eng, sehr eng. Ich las schon das andere von einer Loveparade 2.0 schrieben und das es reines Glück war das nicht mehr passiert ist. Ich muss leider ehrlich sagen, auch ich bin froh das nicht mehr passiert ist, aber selbst würde ich es mit der Loveparade vergleichen. Neben mir Stand eine Mutter mit ihrer Tochter im Grundschulalter. Sie versuchte ihre Tochter nur noch in Sicherheit zu bringen, es war aber kaum möglich da von hinten immer mehr Leute nach drängten. Sie stellte sie darauf hin auf eine Sitzgelegenheit und ermahnte sie immer wieder dort zu bleiben. Denn es wurde keine Rücksicht genommen. Die Menschen sahen nur noch Goodie Bags. Die Masse löste sich auf als es hieß es wäre nix mehr da, schneller als man gucken konnte. Das aber noch Autoren da waren und auch das Team das sich gerne mit den Gästen unterhalten hätte, das war den Menschen egal. Es gab schließlich was umsonst. Ich sah z.b. Christine Vogeley allein da sitzen. Allein mit ihrem Ballon, zuerst auch noch mit ihrem Buch „Die liebe zu so ziemlich allen“ in der Hand, ein Buch welches auf meiner Wunschliste steht, es sich aber noch keine Gelegenheit ergeben hat dieses zu lesen. Ich muss gestehen das ich keine Idee hatte wie ich sie Sinnvoll ansprechen sollte. „Hallo Frau Vogeley, Ihr Buch steht auf meiner Wunschliste. Wie gefällt Ihnen ihr Buch? Ist es lesenswert?“ hätte ich ja kaum sagen können. Daher habe ich es gelassen. Auch wenn ich hier oft den Mund auf mache, bin dich doch relativ schüchtern im realen Leben. Eine andere Autorin sprach mich dafür umso mehr an, ob ich nicht ein Lesezeichen von ihr haben möchte, ich winkte dankend ab mit der Begründung das ich von werliestwannwo.de ja noch 5000 fast hier rum liegen hätte. Sie ging kurzfristig sogar davon aus das ich Autorin bei einem großen Verlag wäre, ich verneinte dies natürlich sofort. Ich muss gestehen, dass ich sogar froh war kein Lesezeichen von ihr genommen zu haben, denn ich erkannte sie später auf Fotos wieder. Sie ist die Autorin gewesen die Aufgrund der „Platzhalter-Affäre“ eine unschöne Bekanntheit erlangt hat. Auf diesem Treffen bin ich anschließend noch mehr ins Gespräch gekommen als beim ersten. Aber es war leider weitaus gefährlicher, auch wenn das erste schon voll war.

Ich weiß das ich mich in diesem Beitrag mal wieder mitten ins Kreuzfeuer stelle jener die gerne gegen alles schießen, vermutlich werden auch diverse Blogger aufgrund dieses Beitrags über mich herfallen. Aber macht gerne, ich blogge seit über 5 Jahren und ich muss ehrlich sagen das ich mich lange nicht so fern von der Bloggerwelt gefühlt habe wie in den letzten Monaten. Nicht weil mir das bloggen keinen Spaß mehr macht, sondern weil mir diverse Dinge einfach auf den Geist gingen, vermutlich bin ich für diese Dinge einfach zu Alt geworden. Ich habe mich immer weiter zurück gezogen, vieles ausgeblendet, weil ich weiterhin meinen Spaß haben wollte an meinem Hobby. Aber leider hat die Buchmesse mal wieder die Abstaubermentalität mir vor Augen geführt. Es waren nicht nur Blogger, ganz klar. Gerade das öffentliche schnorren habe ich dieses Mal nur 1x mitbekommen. So wenig wie nie innerhalb der letzten Messen, aber die Bloggertreffen sind scheinbar das neue schnorren, bzw. kurz hin, abgreifen und schnell wieder weg. Das Gefühl hatte ich. Es ging gefühlt bei vielen nur darum die Goodie Bag einzusammeln, nicht darum die Chance zu nutzen mal das Gesicht hinter einer Mailadresse kennen zu lernen. Ich hoffe das der Trend der Verlage auf uns Blogger zu zugehen anhält und sie durch jede Messe und jedes Aufeinandertreffen lernen was wir möchten bzw. brauchen. Noch schöner wäre es natürlich wenn es noch mehr Dialog gäbe zwischen Bloggern und Verlagen, wie sie uns beim Bloggen unterstützten können. Damit meine ich nicht mit Büchern oder Goodies, sondern einfach mit Informationen die uns helfen für euch tollen Content zu erstellen die nur jemand schaffen kann der mit dem Herzen bei einer Sache dabei ist.

12 Gedanken zu “Frankfurter Buchmesse 2015 – Das große abgreifen oder auch Blogger- und Lesertreffen extrem

  1. Ich gebe Dir bei beiden Veranstaltungen recht.

    Das Eat&Greet war eine tolle Idee, das Essen klasse, aber auch ich bin schon nach kurzer Zeit wieder gegangen, weil es mir zu eng war, ich die Autoren nicht gefunden habe und mir dann in dem Gedränge auch die Lust vergangen ist. Allerdings hatte ich den Vorteil, dass ich zuvor noch mit Patrizia Kessler vom Verlag sprechen konnte und gefragt habe, wo den welche Autoren sind. Schlussendlich habe ich mich kurz mit Karen Rose unterhalten, habe ein Foto von uns machen lassen und das war es.

    Ich habe den direkten Vergleich zum Blog´n´Talk am Freitag bei Random House. Dort haben sie in diesem Jahr die Anzahl der Blogger begrenzt, weil es im letzten Jahr schon sehr eng war. Dennoch konnte ich im letzten Jahr mit sehr vielen Autoren sprechen und auch in diesem Jahr waren die Autoren gut „gekennzeichnet“ und ich konnte viele Gespräche und Interviews führen, auch mit Mitarbeiter der Verlage. Alle Blogger hatten übrigens im Vorfeld ein Namensschild zur besseren Identifikation erhalten.

    Außerdem war ich am Samstag Vormittag beim Bloggerfrühstück von dotbooks, skoobe und Aufbau-Verlag. Auch hier jede Menge Blogger und eine wesentlich kleinere Fläche. Wir erhielten ein Namensschild, was auch hier das Kennenlernen unter den Bloggern viel einfacher machte. Die Autoren wurden vorgestellt und haben sich dann am Stand und um den Stand herum verteilt. Auch hier hat alles prima geklappt.

    Lovelybooks – darüber brauchen wir glaube ich, nicht sprechen. Für mich katastrophal und gefährlich. Mir wurde erzählt, dass im vergangenen Jahr Gutscheine ausgegeben wurden und die Leute dann wussten, dass sie über einen längeren Zeitraum weg kommen konnten. Warum man das nicht wieder gemacht hat, verstehe ich nicht. Ich bin durch Zufall nahe am Azubibistro und in der zweitletzten Reihe gestanden und da die Leute vor uns die Taschen nach hinten gegeben hatten, kam ich tatsächlich in den Genuss, allerdings war ich kurz davor, zu gehen, weil man schon hätte Angst haben können. Und ich weiß bis jetzt nicht mal, welche Autoren vor Ort waren. Ich bin der Meinung, dass hier alle mit einem blauen Auge davon gekommen sind und dass Lovelybooks dringend die Organisation der Veranstaltung prüfen sollte. Allen kann man es nie recht machen, aber sowas darf nicht mehr passieren.

    LG
    Daggi

    1. Zu Dotbooks habe ich es leider nicht geschafft da meine Bahn zu spät kam, aber aus den vorherigen Jahren kann ich sagen das es auch immer bei denen so war wie du es beschrieben hast. Wobei die auch noch nicht soooo die Massen anziehen. E-Books sind eben noch immer nicht ganz so reizvoll wie Bücher aus Papier. Random House hat denke ich in den letzten Jahren gelernt. Dort gab es auch schon Jahre wo es sehr voll war, aber nie so voll wie bei den beiden Treffen von diesem Jahr. Zumindest gefühlt.

  2. Hallo und guten Tag,

    … es ist einfach die Gier der Leute…und mit Goodie-Bags lockt man Massen an den jeweiligen Stand und zum Beispiel bei 500 lockt man noch mehr und keiner will natürlich ohne nach Hause gehen. …..

    Und da ballen sich dann die Massen und wie überall…wenn die kostenlosen Sachen weg sind…sind auch die Leute weg…

    Das ist nun mal Fakt oder?

    Ich finde, diese mitlerweile öffters an zu treffende Unart…schade für den Verlag, aber ihn trifft hier eine gewisse Mitschuld , weil man dieses Abgreifen hier fördert, genauso wie die Blogger auch, denn was soll nur dieses Abgreifen ohne Interesse am Verlag oder Autoren.? Denn sonst versucht doch jeder Blogger auch in seinem Blog bei Rezis gut den Verlag bzw. den Autoren mit in seine Rezi ein zu binden oder?

    Das ist meine Meinung als nur Leserin. Bin keine Bloggerin.

    Vielleicht wäre weniger , manchmal mehr und bei alldem sollte man einen klaren/kühnen Kopf …

    LG..Karin..

  3. Hey Christina,

    Ich war nur auf der zweiten Veranstaltung, aber ich stimme dir 100 % zu. Es ging einfach nichts mehr. Ich habe mich sehr schnell vom Acker gemacht (ohne Bag), weil es mir einfach zu voll war. Selbst wenn ich da bekannte Gesichter (Autoren oder Blogger) gesehen hätte (war mir bei dem Andrang nicht möglich), wäre eine zusammenkunft nicht möglich gewesen.

    Ich finde es ja auch gut, dass die Verlage jetzt mal etwas für die Blogger machen, aber irgendwie verstehen die das noch nicht so richtig.

    Ich muss aber auch zugeben, dass nicht alle Bloggertreffen so schlecht waren. Das Treffen bei LYX Storyboard oder bei dotbooks zum Beispiel waren sehr schön. Bei dotbooks konnte ich nur nicht lange bleiben, da ich noch einen Termin hatte. Allerdings denke ich jetzt, dass ich den zweiten Termin hätten einfach lassen sollen und mich bei dotbooks noch weiter unterhalten sollen. Ich sag nur so viel, Bloggerbrunch ohne Frühstück dafür mit Kakao und Marshmallows.

    Ich danke dir sehr, dass du mir den Link gegeben hast. Ich finde deinen Bericht wirklich sehr gelungen und spiegelt meine Meinung genau wider.

    Lg Mel (Bookrecession)

  4. Ich war dieses Jahr zum 1. Mal als Bloggerin da, vorher nur 2x an einem Samstag, was mir immer viel zu voll war. Ich fand die Treffen auch ziemlich enttäuschend, ich habe an 3 bzw. 4 (Wenn man LB zählen will.) teilgenommen. Ich war beim Aufbau-/dotbooks-Frühstück, das fand ich ganz gut organisiert – die Autoren wurden vorgestellt und man fühlte sich willkommen. Hier waren 160 Leute angemeldet, was im Vergleich zu anderen Sachen ja noch eine überschaubare Zahl war. Da konnte man auch mal in Ruhe zu den Autoren hin oder mit den Mitarbeitern sprechen. Hier habe ich mich auch echt willkommen gefühlt.

    Am FR war der Blogger-Kaffeeklatsch von Selfpublishing-Autoren. Das war es auch etwas unübersichtlich, und sehr schade fand ich, dass die Autoren nicht vorgestellt wurden und man sie irgendwie selbst erkennen musste – da ich von keinem der Anwesenden bislang etwas gelesen hatte, hatte ich da schon Hemmungen, die einfach mal anzusprechen. Hier hatte ich auch stark das Gefühl, dass sich lauter Bloggergrüppchen gebildet hatten. Als meine Freundin (Bloggerin) und ich ankamen, wurden wir von den meisten komplett ignoriert oder teilweise sogar richtig böse angestiert… Wenigstens traf ich dann doch jemanden, den ich vorher über Mail/Blog kannte. Aber so richtig wohlgefühlt haben wir uns beide nicht.

    Dann war ich noch bei Vorablesen am SA. Es fing schon damit an, dass man in den Raum, in dem die Lesung stattfand, förmlich geschoben wurde von der Masse hinter einem. Ich saß vorne auf dem Boden, weil natürlich viel zu wenige Sitzgelegenheiten vorhanden waren. Die Verteilung der Goodie Bags, die natürlich auch nicht für alle reichten, war dann eine etwas ungemütliche Sache, aber nichts im Vergleich zum LB-Treffen. Das war echt schlimm. Und ich bin dann auch wieder weg, denn ich war total geschafft von der Menschenmasse und dem Gedrängel. Da ich auch nicht direkt um 14 Uhr kam, bekam ich nicht mit, welche Autoren da sind und wo sie sitzen. Im Nachhinein hab ich erfahren, dass ich auf der anderen Seite stand. Jetzt ärgert es mich, denn Christine Vogeley hätte ich sehr gerne mal kennengelernt – ich fand ihr Buch „Die Liebe zu so ziemlich allem“ echt wunderschön!

    Im Übrigen hat es mir doch sehr sauer aufgestoßen – auch wenn ich selbst tatsächlich unfassbarerweise Glück hatte -, dass so viele LovelyBookers leer ausgingen, aber um uns herum direkt mehrere Leute einfach so eine Tasche nahmen, obwohl sie nichtmal wussten, was LB ist. Das nenne ich mal richtig schlechte Organisation, da kann ich verstehen, dass manche richtig sauer sind.

    1000 akkreditierte Blogger? Wow, echt der Wahnsinn! Als ich meinen Blog vor mehr als 2,5 Jahren angefangen habe, gab es schon ziemliche viele Bücherblogs. Aber mittlerweile ist das ja eine richtige Masse.

    Auf jeden Fall ist dein Bericht ehrlich, und ich finde da nix dran, das man kritisieren müsste, zumal Berichte nunmal auch immer subjektiv sind. Ich fühle mich schon ein bisschen komisch/schlecht, weil alle immer schreiben, dass die Buchmesse wieder wie immer total supimegageil war, aber ich fand sie ehrlich gesagt total anstrengend und bin nach 4 Tagen auf dem Zahnfleisch gekrochen, auch wenn man natürlich viele schöne Veranstaltungen besuchen kann! Nächstes Jahr setze ich definitiv aus.

    LG, Bianca

  5. Huhu 🙂

    Ich habe leider die gleichen Erfahrungen gemacht wie du. Ich war dieses Jahr zum ersten Mal auf der Frankfurter Buchmesse und war einfach nur geschockt angesichts der Menschenmassen am Samstag und Sonntag (wobei es ja in Leipzig auch nicht gerade leer ist, aber DAS..). Am Samstag zum Blogger-Frühstück von Aufbau, Skoobe und dotbooks war es echt noch verhältnismäßig human und mit den Namensschildchen auch gut gelöst.
    Beim Eat&Greet hab ich es genauso empfunden wie du: Viel zu viele Menschen auf viel zu wenig Platz und alles irgendwie planlos. Allerdings waren die meisten Blogger schon direkt nach der Häppchen-Verteilung verschwunden. Ich saß dann bis ca. 14.10 Uhr an einem Tisch mit einer anderen Bloggerin, zu uns gesellten sich immer mal wieder ein paar Autoren. Ab da war es echt entspannt und man konnte sich super unterhalten. Der extreme Ansturm vom Anfang war wirklich relativ schnell vorüber.
    Lovelybooks habe ich allerdings später völlig aufgegeben. Als ich hin bin, stolperte ich direkt in den Pulk und wurde nach vorne gestoßen und geschubbst, wo ich dann beinahe noch im Verteiler-Tisch landete. Eine nette Frau vom Lovelybooks-Team drückte mir eine Tasche in die Hand und sagte: Und jetzt sofort raus hier, ganz schnell! Das war leider leichter gesagt als getan und ich musste ganz schön kämpfen, bis ich endlich wieder frei atmen konnte. Bin dann sofort gegangen, ich brauchte einfach frische Luft. Es war wirklich unheimlich eng und sehr beängstigend, da in der Menge zu stehen und nicht zu wissen, wie man wieder herauskommt. Ich find es auch schade, dass Lovelybooks nicht wirklich dazu Stellung nimmt. Sie sagen zwar auf Facebook, dass ja so viele Leute da waren und dass sie damit nicht gerechnet haben, aber zu der Stimmung während der Verteilung der Goodiebags (die teilweise echt am Rande der Massenpanik war) kein Wort…hm. Ich bin ein wenig enttäuscht…

    Liebe Grüße
    Svenja

  6. Ich habe auch nicht verstanden, dass fast sämtliche Bloggertreffen am Samstag stattfinden, denn viele Blogger sind doch an den Tagen vorher da. Das habe ich auch schon mehrfach angesprochen bei den Verlagen, aber hat nicht wirklich interessiert… Nun ja, an den Fachbesucher-Tagen ist es auf jeden Fall entspannter und man hat auch eher die Gelegenheit mit Verlagsmitarbeitern zu sprechen..
    L.G. Annette

  7. Huhu Pudelmütze,
    vor ein paar Jahren fehlte mir das Geld um zur Buchmesse zu fahren, dann kam die Ausbildung mit viel Stress und sicher keine Zeit für solche „Ausflüge“ und jetzt, wo ich Zeit und Geld endlich habe will ich gar nicht mehr hin. Ich hab schon in den letzten zwei, drei Jahren immer wieder gelesen, dass geschnorrt wird bis zum Abwinken und der Andrang ist mir auch viel zu groß. Ich bin zwar eher ein Einzelgänger unter den Bloggern, aber die ein oder andere „Kollegin“ würde ich gerne mal kennen lernen, allerdings dann doch lieber unter anderen Voraussetzungen und heiß auf „Goodies“ bin ich zum Glück auch nicht. Ich würde mich tierisch fremdschämen, wenn ich den Run auf diese Extras sehen würde, das ist so gar nicht meins…
    Ich kann nicht ausschließen, dass ich mal meine Meinung ändere und in einigen Jahren doch zur Messe fahren, aber dann ausschließlich zum Stöbern und für hoffentlich nette Gespräche. 😉
    Danke für Deinen interessanten Bericht, der wohl der einzige bleibt, denn ich zum Thema Buchmesse 2015 lesen werde, denn auch hier wird man ja von der Masse eher überrollt wenn man selbst nicht dort gewesen ist.
    Liebe Grüße,
    Melanie

  8. Huhu!
    Ich finde deinen ehrlichen Bericht sehr gut! Ich habe ja auch schon auf meinem Blog ein wenig meine Meinung über den Mittwoch und den Samstag geteilt, mich aber deutlich zurückgehalten! Ich blogge auch, weil es mir Spaß macht, und obwohl ich erst 1 1/2 Jahre dabei bin, liegt es wohl auch an meinem Alter (38), dass mir viele Blogger und ihr Getue massiv auf den Geist gehen! Natürlich freue ich mich über ein „Buch gegen Rezension“, kaufe aber genauso gerne auch Bücher, weil sie es verdient hanben bzw. weil sie es wert sind! Dir noch eine schöne Woche! LG

  9. Hallo Pudelmütze,

    ich möchte Dir zu Deinem ehrlichen und auch an einigen Stellen die Bloggerwelt sehr ins Gebet nehmenden Bericht danken.
    Ich selbst besuche die Buchmesse fast ausschließlich für die Fachvorträge und laufe meistens zwischen den Hallen von einer Präsentation zur nächsten. Dieses Jahr habe ich mich aber auch mal an Bloggertreffen versucht und konnte ähnliche Entdeckungen machen wie Du sie schilderst. Am Freitag war ich bei dem Treffen auf der Orbanism Space, da ging es noch recht gesittet zu und auch wenn es gratis Essen (wer nimmt das auf der Buchmesse, wo dieser essentielle Bestandteil nicht gerade günstig ist, nicht gern an) gab, benahmen sich alle Anwesenden gut und zumeist auch rücksichtsvoll. Das Treffen dotbooks/Aufbau am Sonnabend fand ich schon ein wenig voll und unübersichtlich und hier gab es ja auch so ein ominöses Täschchen mit einem Buch und jeder Menge Werbung. Ich kam ein wenig zu spät und bekam den Beutel in die Hand gedrückt, als ich mein Namensschildchen (sehr gut übrigens, daß es das dort gab!) heraussuchte.
    Und ich stelle mir die Frage, was diese Geschenktasche soll. Im Grunde ist es nur ein Köder, Blogger zu sich zu locken. Aber meines Erachtens nach wäre das gar nicht nötig. Blogger sind im Grunde ein soziales Volk, das bringt das Wesen eines Blogs schon mit sich. Man kommentiert, man liest bei anderen Bloggern, man kommuniziert miteinander, man lernt neue Leute auf den verschiedensten Wegen kennen. Was zieht dann mehr, als die Möglichkeit, die gerade auf den Orten ihrer Leidenschaften stattfindet, ein Treffen zwischen diesen Bloggern zu organisieren, auf denen sie sich auch vis-à-vis kennenlernen können. Dafür braucht es (für mich) kein Beutel voller Schnickschnack, von dem schlußendlich 90% im Papierkorb landet. Dafür braucht es für mich kein Versprechen eines kostenlosen Buches, sondern schlicht das Versprechen, mir und anderen Bloggern einen Ort zu offerieren, an dem ich mich in guter Ruhe mit ihnen treffen und austauschen kann. Wo ich neue Leute kennenlernen kann, die Menschen treffen kann, deren virtuelle Präsenz in Form ihres Blogs ich kenne.

    Es ist aber einfach auch ein Ausdruck dieses leidigen Alles-umsonst-Charakters. Hauptsache es gibt was gratis. Und ganz schlimm ist es, wenn sich diese Mentalität dann in den Menschen so äußert, wie Du es beschrieben hast oder wie es auch in den Kommentaren angesprochen wurde. Und das alles für etwas, was man bei Lichte besehen noch nicht mal braucht.

    Viele liebe Grüße

    Shaakai

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.