Wie Verlage einem die Lust auf Neuerscheinungen verderben

Am Freitag der letzten hat ein großer Verlag eine Bloggeraktion auf seiner Facebookseite gepostet und zudem seinen Kontakten eine Mail geschrieben. Es gab 100 Bücher abzustauben gegen einen kleinen Beitrag. Wenn man denn schnell genug war.

Buchblogger sind inzwischen viele unterwegs, eine solche Aktion bringt natürlich Reichweite, man ist mit immer der selben Leseprobe auf zig Blogs. Wer auch immer den Verlag da beraten hat, ich sehe es Kritisch. Blogger sind keine Profis, sie kennen sich oftmals nicht mit Double-Content aus. Wissen nicht das Google so etwas abstraft und ihr Blog somit schlechter auffindbar ist. Das kostet Reichweite, auch wenn Reichweite für viele Blogger nicht so wichtig ist, Verlage schauen darauf. Aber auch der Verlag wird abgestraft, der Link wohin diese unzähligen Blogs verlinken.

Was aber in meinen Augen viel schlimmer ist, ist diese schier unendliche Zahl an tollen Meinungen die für mich das Buch persönlich komplett uninteressant machen. Es wurde bereits so hoch gejubelt das ich es über bin. Ich möchte das Buch weder noch sehen noch etwas davon hören.

Was mich aber zudem aufregt ist wie mit solchen Aktionen Blogger ausgenutzt werden. Sicher haben sie so Content und bekommen, wenn sie schnell genug waren, evtl. auch ein Buch. Wie ich gehört habe war der Andrang wohl so groß das viele leer ausgingen. Die Blogger haben dann aber schon ihre Zeit und auch den Platz für den Beitrag auf ihrem Blog kostenfrei zur Verfügung gestellt. Hätte der Verlag eine Kampagne bezahlen müssen mit einer solchen Reichweite in so kurzer Zeit wäre es weitaus teurer geworden. Selbst wenn sie die Blogger fair bezahlt hätten je nach Reichweite und Blogalter, etc..

Dies ist übrigens auch der Grund warum ich an solchen Dingen nicht mehr teilnehme. In meiner „Bloggerjugend“ habe ich sicher auch ein oder zwei mal mitgemacht, aber sehr schnell das Gefühl gehabt nur ausgenutzt zu werden. Ich hoffe das Verlage einsehen das auch Buchblogger, Zeit und Geld investieren um ihren Lesern immer wieder neues zu bieten. Viele, wie ich auch, freuen uns über Rezensionsexemplare und möchten gar nicht mehr „verdienen“, wir zahlen jährlich drauf damit wir für die Verlage Werbung machen dürfen. Für die Bücher die wir lesen und die wir lieben. Aber wenn man etwas zusammen macht sollte ein Zusammenarbeit auf Augenhöhe stattfinden, nicht das eine Seite ausnutzt wird um noch mehr Profit zu machen. Wir Buchblogger sind ein komisches Volk. Beauty und Fashionblogs lassen sich ihre Posts gerne bezahlen, ich habe auf PURE GLAM eine Liste gesehen wonach ich 500-750€ je Beitrag nehmen sollte. Wenn ich an den Bürokrieg mit der Buchhaltung denke sage ich aber nein dazu. Aber nur mal als Einschätzung was Verlage für kostenfreie Werbung sparen. Rechnet euch mal anhand der Liste aus was der Verlag gespart hat. Nehmt einen Durchschnitt. Deswegen bin ich so aufgeregt.

Was haltet ihr von solchen Aktionen?

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