Raus aus der Flauschzone, rein in den Krawall – es muss sich etwas ändern!

Ich hatte gerade schon fast 500 Wörter geschrieben, lieb und nett wie meistens, ich habe die Keynote aus der Bloggersession vom Buchmessen Sonntag schön auseinander gepflügt die Karla Paul uns um die Ohren gehauen hat. Trotz Messevirus! Es war eine tolle Einleitung zu einem tollen Programm, in dem vielen Bloggern die Augen geöffnet worden sind. Karla hat hier die Rede nochmals online gestellt, wobei ich an eurer Stelle eher auf die den Podcast gehen würde, denn hier kommen die Emotionen besser rüber. Was ich für mich daraus mitgenommen habe ist folgendes. Wir sollen aus unsere Flauschzone raus kommen in der es so gemütlich ist. Wir sollen mehr Selbstbewusstsein entwickeln für das was wir tun, für unser Zahlen (wie Karla es so schön ausdrückte), denn wir Blogger erreichen da draußen viele Menschen, die Aufgrund unserer Meinung oder unseres Tipps Bücher, Produkte oder was auch immer kaufen. Wir sind Multiplikatoren die letztendlich Werbung machen. Und was bekommen wir dafür? Mit Glück ein Rezensionsexemplar und die Chance uns auf Aktionen zu bewerben um mit Glück unsere Zeit einsetzten zu dürfen noch mehr Werbung kostenfrei zu machen.

Welcher Ruck durch die gesamte Veranstaltung gegangen ist, ist das es so nicht weiter gehen kann dauerhaft in der Buchbloggerszene. Gerade als es später um Blogger Relations ging hat man gesehen als es um bezahlte Beiträge ging das den Verlagen und Agenturen alles aus dem Gesicht gefallen ist als die Blogger danach fragten. Es wurde sich heraus gewunden, keiner mochte mehr etwas sagen. Bis dahin war es eine wunderbare Werbung was Verlage doch alles für Blogger tun. Klar, sie gehen inzwischen sehr offen auf uns zu was uns auch sehr freut. Aber warum? Weil noch billiger Werbung machen als über uns nicht möglich ist. Auch wurde klar gestellt das sich Verlage freuen wenn wir mit unseren Ideen auf sie zukommen, besser geht es dann für diese nicht mehr. Sie  müssen sich nicht mal mehr Gedanken machen wie man Bücher bewerben kann, die Ideen bringen die Blogger mit. Ist das nicht toll?

Wenn ich hier von bezahlten Beiträgen schreibe meine ich keine Rezensionen, denn das wäre unprofessionell. Ich möchte dies nur klar stellen.

Diese Veranstaltung hat auch in mir etwas verrückt. Ich hatte ja eh schon immer ein wenig Bauchschmerzen bei diversen Bloggeraktionen die nur darauf hinaus zielten besonders viele Backlinks in kürzester Zeit zu generieren, egal ob die gut oder schlecht sind. Es ging nur darum das man in den Social Media Kanälen gesehen wird. Profitiert in Form eines kostenlosen Exemplare haben bei solchen Aktionen meist die wenigsten Blogger. Zeit haben aber alle eingesetzt.

Viele von euch wissen das ich neben diesem Blog hier noch Blogger schenken Lesefreude mache, zudem ist werliestwannwo.de, ein Lesungskalender, ein weiteres Kind was ich betreue. 3 Blogs/ Projekte die täglich meine Aufmerksamkeit benötigen. Jeden Tag gehen dadurch 2-3 Stunden locker drauf. Wenn ihr nun überlegt das es Tage gibt wo auch mal mehr zu tun ist, können es in der Woche locker 21-30 Stunden werden, also fast nochmal ein Teilzeitjob. Bekommen tu ich dafür nicht einen Cent obwohl ich für diesen Blog wie auch werliestwannwo letztendlich eine Dienstleistung für Verlage anbiete.

Ich  möchte dies ändern, bis es so weit ist wird sicher noch einiges an Wasser die Elbe herunter fließen, wie man in Hamburg sagt. Es müssen dafür noch einige Voraussetzungen getroffen werden. Neben einem Gewerbe muss ich noch ein wenig was über Buchhaltung lernen bzw. was ich genau zu beachten habe, zudem fehlen noch Dinge wie Media-Kit oder auch einfach eine Art Idee wofür man Geld nehmen könnte. Denkbar im aktuellen Stadium sind Seitenbanner, bezahlte Beiträge zu verschiedenen Themen/Aktionen. Bei werliestwannwo evtl. auch Startseitenplätze wo eine Veranstaltung besonders beworben wird. bzw. auch in Form von Bannern. Social Media Aufmerksamkeit usw.. Es ist noch alles sehr frisch, aber ich möchte es schaffen zumindest meine jährlichen Umkosten gedeckt zu bekommen. Mehr wäre immer natürlich besser. Für euch schon mal als Info, Blogger schenken Lesefreude soll hier außen vor bleiben, das ist ein Projekt was ich mit anderen zusammen mache und ich wo ich mit denen reden muss ob man etwas Professionalisieren könnte, das kann und will ich nicht alleine entscheiden!

Ihr selbst sollt nur in der Form etwas mitbekommen das Beiträge ggf. als *gesponsert* gekennzeichnet sind, ihr könnt dann entscheiden will ich es lesen oder nicht. Ich werde nichts annehmen oder machen wo ich nicht hinter stehe, das kann ich euch versprechen und ich werde natürlich weiter Rezensionen (ganz kostenfrei und ohne Geld zu nehmen 😉 ) veröffentlichen, zu Büchern die mich interessieren. Auch sonst werdet ihr sicher immer wieder Beiträge finden die mich bewegen oder über Dinge die ich gut finde. Es geht hier nicht darum das ich komplett mich auf bockig stelle, aber Karla sagte in der Runde als Zwischenruf so schön das sie ja es liebt zur Arbeit zu gehen und dennoch Geld dafür nimmt. Ich denke das sollte man sich mal auf der Zunge vergehen lassen. Würden die Verlage/Agenturen von unserem tun nicht profitieren in finanzieller Hinsicht ok, aber es ist ein Milliardengeschäft bei dem die Blogger, die eine wichtige Rolle inzwischen spielen, künstlich von den Verlagen klein gehalten werden. Ich habe keine Lust mehr mir alles gefallen zu lassen. Wenn es  heißt ich muss mich irgendwo bewerben um ausgewählt zu werden, frage ich mich warum. Denn wenn ein Verlag ein wirkliches Interesse hat mit mir etwas zu machen, dann muss ich mich nicht bewerben und auswählen lassen. Ich möchte dem Verlag auf Augenhöhe begegnen und nicht von oben herab behandelt werden.

So!

3 Gedanken zu “Raus aus der Flauschzone, rein in den Krawall – es muss sich etwas ändern!

  1. Guten Morgen,
    ich habe deinen Artikel bereits gestern Abend gelesen und lange darüber nachgedacht. Ich blogge tatsächlich als Hobby, als Ausgleich – warum auch immer, aber ich habe nicht die Absicht, meinen Blog zu monetarisieren.
    Der Vergleich mit der Arbeit hinkt ein bisschen, finde ich. Zur Arbeit bin ich fünfmal die Woche, 8 Stunden lang gegangen – und ja, ich habe meine Arbeit wirklich gern gemacht. Aber da mein Chef mich bezahlt hat, hat er auch das Recht gehabt bestimmte Ansprüche an meine Arbeit zu stellen, die ich erfüllen musste. Ich musste zu jedem Kunden freundlich sein, ob ich ihn mochte oder nicht, ich musste immer einer bestimmten Kleiderordnung folgen, auch wenn mir manchmal eigentlich eher nach Jogginghose und T-Shirt war, ich musste pünktlich anfangen, auch wenn ich vielleicht lieber mal eine Stunde länger geschlafen hätte. Das ist aber genau das, was mir an meiner Bloggerei Spaß macht – ich bestimme, was ich wann, wie und wo mache und niemand kann mir Vorschriften darüber machen – wenn ich für’s bloggen bezahlt werde, sieht das anders aus.
    Das man sich für bestimmte Dinge bewerben muss, liegt wohl eher daran, dass es so viele Blogger gibt, dass man nicht alle berücksichtigen kann – aber niemand zwingt mich, mich zu bewerben, genauso wie mich niemand zwingt, über ein bestimmtes Buch oder zu einem bestimmten Termin zu bloggen.
    Natürlich kann man Werbebanner einbauen und ich würde nie einen Blog bewusst meiden, der das tut – aber ich surfe z.B. bewusst mit einem AdBlocker, weil die allgegenwärtige Werbung mich einfach nervt und ich glaube man bekommt nicht besonders viel Geld für diese Werbebanner.
    Lange Rede, kurzer Sinn – ich werde auch weiterhin einfach hobbymäßig weiterbloggen 🙂 Was ja nicht heißen muss, dass das alle Blogger so sehen 🙂

    LG
    Tina

    1. Ich werde, wenn ich so weit bin, auch nur das annehmen wo ich meine es passt zu mir und ich schaffe es zeitlich. Mir geht es nicht darum möglichst viel heraus zu ziehen, sondern den Blog damit zu finanzieren. Ich werde Dinge sicher ablehnen wo ich denke das diese nicht zu mir oder meinem Blog passen, egal wie viel Geld dabei fließen würde. Wichtiger ist mir das ich ich bleibe und es zeitlich passt. Das schöne am Blog ist, das ich entscheiden kann mit wem ich zusammen arbeite. Mache ich jetzt ja auch schon, nur für lau.
      Ich finde es auch nicht schlimm wenn jemand sagt er möchte kein Geld nehmen, jeder muss es für sich selbst entscheiden und Glücklich damit sein, wichtig ist ja letztendlich das man Spaß hat an dem was man macht. 😉

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