buchmesse:blogger sessions 17 dieses Jahr ohne mich!

Ich gehöre sicher nicht zu jenen, die so schnell eine Veranstaltung meiden, die mir im letzten Jahr sehr viel Freude bereitet hat. Bei den buchmesse:blogger sessions 17 ist es aber so.

Ihr fragt euch sicher, warum und das möchte, ich auch gerne beantworten.

Die Keynote, die im letzten Jahr Karla Paul mit einer solch ansteckenden Leidenschaft gesprochen hat, spricht in diesem Jahr Andreas Platthaus. Er ist Ressortchef Literatur und literarisches Leben bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Also kurz, er arbeitet beim Feuilleton. Das ist kein Verbrechen und toll, denn der Feuilleton bespricht oft Bücher, die Blogger eher meiden, da sie zumeist in der Unterhaltungslektüre unterwegs sind und der Feuilleton zumeist die anspruchsvollere Literatur bevorzugt. Was mir aber wirklich daran aufstößt, ist, das die FAZ in den letzten Jahren immer wieder öffentlich sich gegen Blogger gestellt hat und diese öffentlich beleidigt hat.

Ihr wollt Beispiele? Gar kein Problem! Ich habe euch mal 2 raus gesucht. 2011 – ok ich gebe zu schon etwas her – wurde ein Artikel unter der Schlagzeile „Literaturkritik im Videoblog – Ein zarter Flirt mit dem Warenfetisch„. Dort wurde speziell eine Bloggerin/Vloggerin auseinandergenommen. Es wurde von „Bestsellerlistenschrott“ geschrieben, auch „Mädchenmädchenkritik“ wird genannt. Dazwischen viele kleine Beleidigungen. Alles, was Blogger/Vlogger machen, ist schlecht. Sie haben keine Ahnung von dem, was sie schreiben. Sie umschreiben Bücher mit einfachen Worten.

Das nächste Beispiel ist weitaus aktueller. Anfang Juni 2016. Es wurde zur ersten LitBlog Convention geladen. Die FAZ – genauer gesagt derselbe Redakteur – nahm diese Veranstaltung wieder als Grund über Blogger negativ zu berichten. Leider ist dieser Artikeln nur in der Printausgabe der FAZ unter dem Titel „Wie ent­steht ein Mega-Bestseller?“. Ich habe den Artikel leider selbst nicht vorliegen, aber das was ich auf anderen Blogs gelesen habe, hat gereicht. Er schreibt davon, dass Blogger durch den „Bestsellerschlamm rutschen“. Ich möchte euch aber mal 5 Blogs verlinken, die diesen Artikeln# vor sich hatten und mehr dazu geschrieben haben. Dieser Artikel soll wohl extrem beleidigend gewesen sein. Der Autor dieser Artikel scheint entweder Angst zu haben vor dem was Blogs auslösen in der Welt der Literatur oder sich schlichtweg für etwas Besseres hält. Den Artikel, den ich persönlich am besten finde, findet ihr auf Who ist Kafka?, auch Wörterwelten hat sehr viele schöne Zitate ausgearbeitet. Stehblüten, Papierwelten und Digitur haben das Thema auch verbloggt.

Wenn ihr jetzt sagt, das Autor und Ressortchef zwei verschiedenen Personen sind, gebe ich euch recht. Aber ich gehe davon aus, das ein Ressortchef immer das letzte Wort hat, bevor etwas veröffentlicht wird. Und ein Ressortchef, der auf einer Bloggerveranstaltung eine Keynote sprechen soll, dessen Mitarbeiter bereits zweimal so dermaßen über Blogger hergezogen ist? Ohne mich! Ich würde mich freuen, wenn das Feuilleton uns endlich mal nicht mehr als Konkurrenz sehen würde, sondern vielmehr als ein Medium, das einfach andere Literatur bespricht, (in den meisten fällen) als sie. Die ihnen nicht die Butter von Brot nehmen will. Denn beides ist wichtig.

Allen die in diesem Jahr wieder oder auch das erste Mal auf der buchmesse:blogger session beiwohnen wünsche ich dennoch viel Spaß.

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