Rezension: Sprachspass – Beim Fischen im Wörtermeer von Chu Wei-Huei

Sprachspass
Wen-Huei Chu
Prong Press
2016
Taschenbuch

Chinesische und deutsche Sprichwörter oder Redewendungen transportieren zum Teil gleiche oder ähnliche Inhalte; der Autor Chu Wen-Huei präsentiert in seinem Buch eine Sammlung verschiedener Anekdoten und Erklärungen zu beiden Sprachen; für Leser, die an Chinesisch oder Deutsch oder gar beiden Sprachen miteinander interessiert sind, ist das Buch eine wahre Fundgrube.

Mein Fazit:

Es gibt Bücher die halten mich länger auf. So auch dieses. Nicht das es schlecht wäre, aber es ist sehr sperrig geschrieben und man kann es nur in Häppchen genießen. Aber genau so habe ich es auch erwartet. Was für uns deutsche sperrig ist, könnte man auch einfach als sehr ausschweifend und blumig bezeichnen, denn der Autor ist Chinese und verstellt sich für uns auch nicht. Auch die Übersetzung wurde in diesem Fall nicht angepasst, denn dann wären vermutlich maximal 50 Seiten geblieben. Aber das macht dieses Buch auch so besonders, dass es sehr blumig, ausschweifend geschrieben worden ist. Aber worum geht es hier eigentlich? Wer sich mit der chinesischen Kultur beschäftigt, wird schnell feststellen das Sprichwörter sehr wichtig sind. Es werden verschiedene Sprichwörter aus dem chinesischen erklärt. Die Schwierigkeit darin besteht, dass man dies nicht wörtlich machen kann, sondern es vielmehr neu verpacken muss, ohne den Sinn zu verdrehen. Ich hatte mit Verleger und Autor 2016 auf der Frankfurter Buchmesse hierzu ein tolles Gespräch. Dort erklärte er es mir auch an dem Sprichwort “Die Blinden betasten den Elefanten”. Damit können wir erst mal nichts anfangen. Denn was soll schon so Besonderes an einem Elefanten sein? Im Nachwort dieses Buches hat er es auch noch mal aufgeschrieben. Denn je nachdem was der jeweilige Blinde betastet, einen Stoßzahn, einen Fuß”nagel”, die Haut, die Ohren, den Schwanz, der Elefant fühlt ich immer anders an. Mal hart, mal weich. Mal faltig, mal glatt. Auch wenn sie alle dasselbe Tier befühlen, reden sie doch aneinander irgendwie vorbei, da sich der Elefant für jeden anders anfühlt.

Worauf man sich einlassen muss, ist die Sprache, es ist kein Buch “für zwischendurch” welche ihr ja hier bei mir hauptsächlich findet. Es ist eines für das man Ruhe braucht und sich konzentrieren muss, um es zu verstehen. Aber das lohnt sich, man bekommt einen ganz anderen Einblick in die chinesische Kultur und deren Geschichte, denn viele der Sprichwörter werden seit vielen Generationen weiter gegeben.

 

Meinungen weiterer Blogger zu diesem Titel findet ihr übrigens auf Literatur Rezensionen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.