Veränderungen…

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Kennt ihr diese Momente im Leben, in denen man merkt, das es Zeit, ist etwas zu verändern? Egal ob man mit der Arbeit, der Wohnung oder einfach mit der Frisur unzufrieden ist? Mir geht es seit einiger Zeit genauso. Allerdings auf ganz anderer Ebene.

Ich setzte mich auf meine Art und Weise seit 2010 für Literatur ein. Hier auf meinem Blog, auf werliestwannwo.de, mit bloggerschenkenlesefreude.de und seit neusten auch mit literaturrezensionen.de. 

Es sind viele Baustellen, es waren sogar schon mal mehr. Auf „Wer liest wann wo“ geht mir Doreen zur Hand, sie ist aktuell die treibende Kraft dort, ich verwalte mehr. Sie stellt 99% der Lesungen ein, schreibt Buchhandlungen an, macht Werbung. Ohne sie wäre es dort extrem still.

Blogger schenken Lesefreude hat immer Ende des Jahres bis April des nächsten Jahres Saison. Aber auch dort ist ein wenig die Luft raus, es ist halt schon „normal“ nicht mehr so aufregend wie am Anfang.

Und dann gibt es ja noch diesen Blog. Auch hier ist schon alles 08/15. Das Gefühl, die Begeisterung der ersten Jahre ist raus. Ich schreibe, weil ich weiß „ich muss mal wieder was Neues bringen“. Was aber noch viel schlimmer ist, ich fühle mich nicht mehr als „die Pudelmütze“. Die Pudelmütze war mein ich von vor 8 Jahren. Die Mitte zwanzig gerade hinter mir gelassen, noch jung genug das ich das Kreischen auf Buchmessen verstand, wenn man sich sah. Auch wenn ich nie dazugehörte, aber es war ok. Inzwischen nervt mich dieses Getue, dieses gekünstelte. Ich bin älter, reifer geworden und habe so langsam das Gefühl aus den Kinderschuhen heraus gewachsen zu sein. Dann ist da aber dieser Blog, mit Beiträgen, die ich heute sicher so nicht mehr verfassen würde, bei denen ich immer überlege, diese zu löschen. Aber mein erwachsenes „Ich“ weiß, man löscht keinen Content. Zudem wäre dann immer noch die Mütze da.

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Ich kämpfe gerade mit mir, was ich machen soll, ich baue gerade nebenbei einen neuen Blog auf, einen der meinem jetzigen ich mehr entspricht. Und der namentlich so neutral gehalten ist, das ich mich traue wieder ich zu sein und nicht eine Kunstperson, die ich hier in den letzten 2-3 Jahren mir zugelegt habe, auch wenn sie an mein eigenes ich immer angelehnt war. Ich habe immer versucht jünger zu erscheinen, als ich bin. Nicht, weil ich nicht so alt sein will, wie ich bin, sondern um mit den ganzen jungen Bloggern mithalten zu können und weil ich immer noch gerne Kinder- und Jugendbücher lese. Natürlich nicht nur, aber die Leichtigkeit, die darin versteckt ist, das nicht groß nachdenken müssen und einfach mal ein Abenteuer erleben dürfen mag ich einfach. Genauso liebe ich inzwischen aber auch so richtig klassische Schnulzen mit extra viel Schmalz. Ich liebe aber auch Bücher wie Und Gott sprach: Wir müssen reden! von Hans Rath, mit einem feinen Humor. Diese Rezension ist übrigens eine der meist gesuchten hier auf dem Blog bzw. einer der Beiträge über den ich häufig über Google gefunden werde. Und da kommen wir auch zum Knackpunkt, warum ich nicht so einfach hier abtreten mag. Google mag diesen Blog, ich habe sehr viele Besucher, die mich schlichtweg über meinen Content finden. Ich lebe, neben meinen Stammlesern, viel von Google. Wenn ich monatlich schaue, sind 50 % Menschen, die nach älteren Beiträgen suchen bzw. über diese auf meine Seite finden, teilweise sogar mehr. Ich habe eine unglaubliche Reichweite, selbst wenn ich großzügig all das was nicht Bot´s sind und evtl. mit in die Statistik greift noch abziehe. Mit einem neuen Blog würde ich wieder bei 0 beginnen. Will ich das? Was mir aber am meisten Angst macht, kommen meine Stammleser mit? Also alle, die den Text bis hierhin gelesen haben? Menschen, die mich hier schon seit Jahren begleiten? Auf euch mag ich am wenigsten verzichten. Und würdet ihr eine neue Ausrichtung bzw. Schreibweise akzeptieren? Ich stelle mir momentan viele Fragen und es werden stündlich und täglich mehr. Zudem muss ich eine Endscheidung in Bezug auf werliestwannwo treffen, ich liebe dieses Projekt und doch habe ich das Gefühl, das es in Doreens Hände besser passt, sie frischere Ideen hat. Aber mag ich das Baby, das ich seit Anfang an begleitet und seit 4 Jahren meins nennen darf, abgeben?

Seid gewiss, ich werde euch genau auf dem Laufenden halten. Doreen weiß übrigens bis heute noch nichts von meinen Gedanken. 😉

 

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